Europa’s Meister

Ganz Europa geht an’s Leder
Flucht nach vorn in die EM
darauf wartet wirklich jeder
30 Tage voll plemplem

aus den Unterkünften steigen
bunte Helden beinhart auf
die uns ihre Blöße zeigen
doch das nimmt man gern in Kauf

In der allerhöchsten Liga
Fußball, König Pontifex
werden Mannschaftsführer Brüder
ohne Ödipuskomplex

lieben Wohlstandsbürgerkasten
endlich ihr Prekariat –
um Volumen auszulasten
lebt das Volk für Vater Staat

Meilensteine für die Freiheit
für die Fans, den Ball das Geld
gönnt Europa sich die Ausszeit
bleibt der Mittelpunkt der Welt

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4 Kommentare zu „Europa’s Meister“

    1. Nein, die liebe ich auch nicht. Und die auch nicht. Auch nicht in der gezähmten Variante, die bei Heimspielen eigentlich jedes Wochenende den Bahnhof und die U-Bahn verstopfen. Das ganze Thema ist ein Faß ohne Boden: Ventilfunktion, Big Sport Business, alles was dazu gehört… Es ist viel geschrieben worden über den Raum, den dieses Thema seit 10-15 Jahren in den „liberalen“ Leitmedien bekommt, die Aufmerksamkeit, die es einnimmt und abzieht von anderen Kulturereignissen. Und man kann es dehen und wenden wie man will: Der Tabubruch der Fans ist Teil des Geschäfts. Weil unter anderem die Aufruhr gegen die Bürgerlichkeit und die Ordnung der Obrigkeit es ist, die gerade den Fußball für sehr viele Menschen attraktiv macht. Es gab viele Debatten darüber, dass das Stadionerlebnis, die Atmosphäre, die die Fans erwarten ohne die Ultras, ohne die Hooligans viel weniger interessant ist. Und die kann man einfach nicht trennen. In „coole Ultras“ die sich sogar antifaschistisch positionieren und die „bösen Hooligans“ die sich gegenseitig krankenhausreif prügeln. Auch wenn da vielleicht für den Insider Welten zwischen liegen liegt es m.E. in der Natur der Sache, dass die eine Seite für sich die gleichen Rechte in Anspruch nehmen wird wie die andere Seite. Und der Fußball ist in der Masse traditionell schon immer eher konservativ besetzt, trotz der liberalen Gruppierungen die es auch schon immer gab.

      Pyrotechnik legalisieren

      Pyrotechnik legalisieren!

      Ich verstehe das zum Teil auch. Und ich glaube, dass es diese Angebote geben muss, in denen die Menschen unterhalb des verstandesmäßig regulierten Miteinanders ihre archaische Triebhaftigkeit, ihr Rudelbedürfnis, ihre Aggression ausleben und kanalisieren können. Insofern wolte ich dem Ganzen ja auch ein Form geben, in der ich hoffentlich nicht zu negativ wirke. Der Tenor dieses Business, der für mich das Ganze dominiert und der auch der Ambivalenz der Gewalt gegenüber aus Eigeninteresse Vorschub leisten muss, bestimmt allerdings meine persönliche Wahrnehmung dieser Show. Auch wenn ich durchaus in der Lage bin, ein gutes Spiel genießen zu können oder innerlich an einem spannenden Turnierverlauf beteiligt zu sein.

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      1. „Insofern wollte ich dem Ganzen ja auch ein Form geben, in der ich hoffentlich nicht zu negativ wirke.“

        Durchaus nicht, nein. Und die Bedenken teile ich. Allerdings hat bei der Pyrotechnik der Spaß bei mir ein Loch: a) nicht nachvollziehbar, warum das irgendwie die Stimmung heben soll und b) schlicht saugefährlich
        .
        Ich war in meinem Leben erst einmal bei einem Spiel im Stadion, dort erschließt sich optisch erst die Raffinesse der Taktik, nicht umsonst heißt es ja „Rasenschach“. Mit allem anderen, „archaische Triebhaftigkeit, Rudelbedürfnis, Aggression usw“ kann ich wenig bis nichts anfangen.

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        1. Mit allem anderen, „archaische Triebhaftigkeit, Rudelbedürfnis, Aggression usw“ kann ich wenig bis nichts anfangen.

          Schon klar, ich auch nicht. Aber dass ich es verstehe, bedeutet nicht dass es mir gefällt… Die Leute ticken halt so. Und das Traurige ist ja gerade, dass diese Rudelbedürfnisse für die skrupellosen Geschäfte der Sportindustrie ausgenutzt werden. Letztlich sind die Fans die Betrogenen, was den Meisten aber natürlich nicht im Mindesten bewusst ist. Aber es rächt sich dann an anderer Stelle, an der dieser Betrug sich dann als Gleichgültigkeit der Politik und den sozialen Verhältnissen gegenüber äußert. Und darin, dass dieses Rudelverhalten dann anderen, meist sozial Schwächeren, gegenüber beibehalten wird, die als Konkurrenz genau so behandelt werden, wie das spielerisch eingeübt wurde.

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