Zum Verschweigen der Zusammenhänge von Armut und sozialer Gewalt

Wie entsteht soziale Gewalt?

Unsere westlichen Zivilgesellschaften zeichnen sich seit Jahren dadurch aus, dass die Kluft zwischen den so genannten „Wohlstandsgewinnern“ und „Abgehängten“ sich immer mehr verbreitert. Der Druck, der gerade auf prekäre Lebensverhältnisse ausgeübt wird, sei es durch die mangelhafte Anpassung der Transferleistungen, verbunden mit immer weniger Möglichkeiten, bei steigenden Kosten für Lebenshaltung, speziell der Mieten, eine angemessene Existenzgrundlage zu finden, sei es durch Sanktionen der Ämter und die Stigmatisierung, die zusätzlich durch die Gesellschaft und deren Instititutionen erfolgen, erzeugt doch zwangsläufig Gewalt in den Bevölkerungsschichten, die jeden zusätzlichen „Mitbewerber“ nicht als möglichen Arbeitnehmer, sondern in erster Linie als Konkurrenten wahrnehmen. Ist das denn so schwer verständlich? Die Flüchtlinge landen nun mal nicht dort an, wo sich die Menschen ihre geschützten Freiräume hinter den Hecken ihrer Reihenhäuser oder gutbürgerlichen Villen reserviert haben. Deren Bewohner fahren auch seltener mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadteile mit den hohen Ausländeranteilen, was ihnen im Alltag völlig andere Wahrnehmungen bezüglich der Zusammensetzung der Bevölkerung und auch der Aggressionen beschert, die nicht nur zu Stoßzeiten in Bussen und Bahnen von ihren Mitbürgern ausgehen. Vermutlich werden sie sich an Silvester auch nicht bevorzugt dort aufhalten, wo die Zivilgesellschaft versucht, sich gegen asoziale Gefährder zu schützen.

Wahrnehmung von Gewalt im sozialen Zusammenhang

Soziale Gewalt ist immer auch eine Frage der Wahrnehmung, die wiederum durch soziale Hierarchien bestimmt wird. Gandhi hat gesagt: „Armut ist die schlimmste Form der Gewalt„, und die Armut, die wir sowohl im Innern dulden, als auch in der Welt außerhalb unserer Grenzen durch unsere Ökonomie erzeugt haben, kann nur im Zusammenhang mit der Angst gesehen und verstanden werden, die systemerhaltend und zweckgerichtet ist und der sozialen Kontrolle dient. Das abzubauen, innen wie außen, wäre lang- und mittelfristig das einzig wirksame Mittel gegen die Aggression, die sich als rechtsmotivierte Gewalt ebenso äußern, wie durch Hasskommentare und nihilistische Egozentrik.

Auswege der Politik aus der asozialen Gewaltspirale?

Ich weiß nur eins: Und wenn sie sich in dem Zusammenhang noch so schlau und strategisch gekonnt gegenüber den nach Gerechtigkeit Hungernden verkaufen: Populistische Kanzlerkandidaten, die diesbezüglich keine anderen Konzepte anzubieten haben  als ihre neoliberalen Vorbilder und Großmeister der jüngeren Vergangenheit werde ich persönllich bei den kommenden Bundestagswahlen nicht unterstützen.

Sigmar Gabriels Literaturempfehlungen

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