Archiv der Kategorie: Songtexte

eigene und fremde Songtexte

Sah ein Ros‘ ein Knäblein stehn

Wenn erst die deutsche Seele die große Kunst beschwört. Und eine europäische Welt, ohne englisches Geld und englische Finanzplätze, an denen Drogengelder gewaschen werden, bald in die Brexit Hölle des Putinismus fährt…
Dann bleibt einem fast wirklich nur noch übrig, das deutsche Kunstlied in all seiner abgrundtiefen Schönheit zu zitieren. Eine betrogene Forelle hatte ich ja schon gefischt. Aber eine, eine geht noch rein…
Der Klassiker schechthin. Der notorisch böse Bube in seinem eigentlichen Element, der Verführung. Jetzt endlich in einer neuen, wie ich meine, zeitgemäßeren Interpretation, die jedem wirklich emanzipierten Knäblein die Tränen der Rührung in die ohnehin schon verheulten Äuglein treiben dürften. Zunächst aber die Melodie, um an das zu appelieren, worum es eigentlich geht: zarteste Gefühle, erotische Verführung, Liebe, in einem wirklich befreienden Sinn.

Sah ein Ros‘ ein Knäblein stehn

Sah ein Ros‘ ein Knäblein stehn,
Knäblein auf der Heiden,
War so jung und morgenschön,
Lief es schnell, es nah zu sehn,
Sah’s mit vielen Freuden.
Knäblein, Knäblein, Knäblein rot,
Knäblein auf der Heiden.

Rose sprach: „Ich breche dich,
Knäblein auf der Heiden.“
Knäblein sprach: „Ich steche dich,
Dass du ewig denkst an mich,
Und ich will’s nicht leiden.“
Knäblein, Knäblein, Knäblein rot,
Knäblein auf der Heiden.

Und die wilde Rose brach
’s Knäblein auf der Heiden;
Knäblein wehrte sich und stach,
Half ihm doch kein Weh und Ach,
Musst es eben leiden.
Knäblein, Knäblein, Knäblein rot,
Knäblein auf der Heiden.

Es gab schon andere Versuche einer Neuinterpretation:

Zur gefälligen Erinnerung hier nochmal die Version der Deutschrock Band Rammstein. (Jede Ähnlichkeit mit der Drohnen Relaisstation auf der Ramstein Air Base ist, so vermute ich, rein zufällig und von den Künstlern nicht beabsichtigt)

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Sie hieß Mary-Ann

Sixteen Tons

You load sixteen tons, what do you get
Another day older and deeper in debt
Saint Peter don’t you call me ‚cause I can’t go
I owe my soul to the company store

Im Original der amerikanischen Version beschreibt der Song den Alltag eines Coal Miners, also eines Bergarbeiters, der den ganzen Tag arbeiten muss, und abends seine Wertmarken, die er für den harten Job erhält in dem Lebensmittelladen ausgeben kann, der auch der Gesellschaft gehört für die er arbeitet. Der Song, den Merle Travis 1947 zum ersten Mal veröffentlichte, gründet auf einen angeblich authentischen Bericht seines Vaters, der auf die Frage nach seiner Gesundheit geantwortet haben soll, dass er es sich nicht leisten könne zu sterben, da er seine Seele dem Lebensmittelladen schulde, bei dem er Kredit hätte…

Mich erinnert das schon an die heutige Situation vieler Menschen, die ihr ganzes Leben damit verbringen, für irgendeinen Halsabschneider zu arbeiten, um am Abend dann im Fernsehen oder im Internet das einzukaufen, was man ihnen als Realität serviert. Angefangen vom Sport, über die Unterhaltung, bis hin zu den „wichtigen Ereignissen“ des Tages, der Politik und den täglichen Katastrophen, die als Nachrichten doch nicht viel mehr Bedeutung haben, als eine Ware für die man in irgendeiner Form bezahlt. Und sei es nur mit den Daten, die man über sich preisgibt, wenn man auf den News Seiten surft.

Aber auch die deutsche Version hat in meinen Augen ihre Bedeutung, obwohl sie diesen letzten, bitteren Satz des original Refrains natürlich nicht so treffend wiedergibt. Die „Mary-Ann“, die ihren Kapitän nicht los lässt, bis er schließlich mit ihr untergeht, ist für mich eine schöne Metapher für dieses „festgenagelt sein“ auf eine bestimmte Wahrnehmung seiner eigenen Situation und dessen, was man für wahr hält. Sie steht für den Dampfer, auf den man sich meistens schon als junger Mensch mehr oder weniger freiwillig begibt, ohne jemals den Absprung zu schaffen:

Sie hieß Mary-Ann

Sie hieß Mary-Ann und war sein Schiff
Er hielt ihr die Treue was keiner begriff
Es gab so viele Schiffe so schön und groß
Die Mary-Ann aber ließ ihn nicht los

Let It Pee

morning on the beach

When I find myself in times of trouble
Mother Merkel comes to me
Speaking words of wisdom
Let it pee

And in my hour of darkness
She is standing right in front of me
Speaking words of wisdom
Let it pee

Let it pee, let it pee
(Ooh)
A-let it pee, let it pee
(Ooh-ooh)
Whisper words of wisdom
(Ooh-ooh)
Let it pee
(Ooh ooh-ooh-ooh)

And when the broken-hearted people
Living in the world agree
There will be an answer
Let it pee

For though they may be parted
There is still a chance that they will see
There will be an answer
Let it pee

Let it pee, let it pee
A-let it pee, let it pee
Yeah, there will pee an answer
Let it pee

Let it pee, let it pee
A-let it pee, let it pee
Whisper words of wisdom
Let it pee

Let it pee, let it pee
A-let it pee, yeah, let it pee
Whisper words of wisdom
Let it pee

And when the night is cloudy
There is still a light that shines on me
Shine until tomorrow
Let it pee

I wake up to the sound of music
Mother Merkel comes to me
Speaking words of wisdom
Let it pee-e

Yeah, let it pee, let it pee
Let it pee, yeah, let it pee
Oh, there will be an answer
Let it pee-e

Let it pee, let it pee
Let it pee, yeah, let it pee
Oh, there will be an answer
Let it pee

Let it pee, let it pee
A-let it pee, yeah, let it pee
Whisper words of wisdom
Let it pee

Vom Köpfchen ins Töpfchen Not about political correctness: „Nothing really matters. Anyone can see. Nothing really matters, nothing really matters to me…“ (Queen, Bohemian Rhapsody)

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied schna´sel

(vom 06.03.2016 | 14:59)

Kleines Hamsterlied

1.
Ein Hamstertier mit Zahn und Backen
im neoliberalen Rad,
das weiß es nicht, es will’s nur packen,
worum’s sich dreht mit Vater Staat

Und was es treibt das schöne Leben
Die bunten Fahnen wehen stolz
Der Käfig mit den dicken Stäben,
aus ganz besonders feinem Holz

Refrain:
Hamster bohnern, Schweine pfeifen
Autos fahren auf vier Reifen
Nur wer um sein Leben rennt
passt in das Establishment

2.
So rennt es jeden Tag im Kreise
der Hamsterzivilisation
Es macht sie nicht, die hohen Preise
und keinen allzu schrillen Ton

Die Backen nicht zu voll zu stopfen,
weil man nicht muss und will und darf
Auf anderer Leute Busch zu klopfen,
das hält den Zahn zum Knabbern scharf

Refrain:
Hamster bohnern, Schweine pfeifen
Autos fahren auf vier Reifen
Nur wer um sein Leben rennt
passt auch zum Establishment

3.
Nach jeder Sintflut die Devise,
ist es sich selbst das nächste Tier
Wen interessiert die Flüchtlingskrise
in diesem Rad und jetzt und hier?

So soll’s sich ewig weiter drehen,
ganz ohne Absicht, Sinn und Grund
Wer kann das Leben schon verstehen?
Was wichtig ist, das geht auch rund

Refrain:
Hamster bohnern, Schweine pfeifen
Autos fahren auf vier Reifen
Nur wer um sein Leben rennt
gehört in das Establishment

(Für’s tägliche Laufpensum Allen weltverbessernden Guthamstern zum Trotz: Ein Mantra für’s Büro, das Karussell, den Autoscooter oder das Fitnesscenter. Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied schna´sel)