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Zum Verschweigen der Zusammenhänge von Armut und sozialer Gewalt

Wie entsteht soziale Gewalt?

Unsere westlichen Zivilgesellschaften zeichnen sich seit Jahren dadurch aus, dass die Kluft zwischen den so genannten „Wohlstandsgewinnern“ und „Abgehängten“ sich immer mehr verbreitert. Der Druck, der gerade auf prekäre Lebensverhältnisse ausgeübt wird, sei es durch die mangelhafte Anpassung der Transferleistungen, verbunden mit immer weniger Möglichkeiten, bei steigenden Kosten für Lebenshaltung, speziell der Mieten, eine angemessene Existenzgrundlage zu finden, sei es durch Sanktionen der Ämter und die Stigmatisierung, die zusätzlich durch die Gesellschaft und deren Instititutionen erfolgen, erzeugt doch zwangsläufig Gewalt in den Bevölkerungsschichten, die jeden zusätzlichen „Mitbewerber“ nicht als möglichen Arbeitnehmer, sondern in erster Linie als Konkurrenten wahrnehmen. Ist das denn so schwer verständlich? Die Flüchtlinge landen nun mal nicht dort an, wo sich die Menschen ihre geschützten Freiräume hinter den Hecken ihrer Reihenhäuser oder gutbürgerlichen Villen reserviert haben. Deren Bewohner fahren auch seltener mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadteile mit den hohen Ausländeranteilen, was ihnen im Alltag völlig andere Wahrnehmungen bezüglich der Zusammensetzung der Bevölkerung und auch der Aggressionen beschert, die nicht nur zu Stoßzeiten in Bussen und Bahnen von ihren Mitbürgern ausgehen. Vermutlich werden sie sich an Silvester auch nicht bevorzugt dort aufhalten, wo die Zivilgesellschaft versucht, sich gegen asoziale Gefährder zu schützen. Zum Verschweigen der Zusammenhänge von Armut und sozialer Gewalt weiterlesen

Kleines Hamsterlied

1.
Ein Hamstertier mit Zahn und Backen
im neoliberalen Rad,
das weiß es nicht, es will’s nur packen,
worum’s sich dreht mit Vater Staat

Und was es treibt das schöne Leben
Die bunten Fahnen wehen stolz
Der Käfig mit den dicken Stäben,
aus ganz besonders feinem Holz

Refrain:
Hamster bohnern, Schweine pfeifen
Autos fahren auf vier Reifen
Nur wer um sein Leben rennt
passt in das Establishment

2.
So rennt es jeden Tag im Kreise
der Hamsterzivilisation
Es macht sie nicht, die hohen Preise
und keinen allzu schrillen Ton

Die Backen nicht zu voll zu stopfen,
weil man nicht muss und will und darf
Auf anderer Leute Busch zu klopfen,
das hält den Zahn zum Knabbern scharf

Refrain:
Hamster bohnern, Schweine pfeifen
Autos fahren auf vier Reifen
Nur wer um sein Leben rennt
passt auch zum Establishment

3.
Nach jeder Sintflut die Devise,
ist es sich selbst das nächste Tier
Wen interessiert die Flüchtlingskrise
in diesem Rad und jetzt und hier?

So soll’s sich ewig weiter drehen,
ganz ohne Absicht, Sinn und Grund
Wer kann das Leben schon verstehen?
Was wichtig ist, das geht auch rund

Refrain:
Hamster bohnern, Schweine pfeifen
Autos fahren auf vier Reifen
Nur wer um sein Leben rennt
gehört in das Establishment

(Für’s tägliche Laufpensum Allen weltverbessernden Guthamstern zum Trotz: Ein Mantra für’s Büro, das Karussell, den Autoscooter oder das Fitnesscenter. Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied schna´sel)